Mäuschen aus dem Häuschen [Rezi Kinderbuch]

🇩🇪 Gehört ihr zu den Menschen, die quiekend auf einen Tisch springen, wenn euch eine Maus begegnet? Oder gehört ihr eher zu der Sorte, die auch mal ein Stückchen Käse für die kleinen Nagetiere fallen lassen? So oder so: In diesem Buch kommen alle auf ihre Kosten – und Angst oder gar Ekel muss niemand haben. Höchstens Respekt und zwar vor Mopsa! Wer oder was das ist? Selbstverständlich eine Maus und zwar eine ganz schlaue. Glaubt ihr nicht? Könnt ihr hier nachlesen:

Charlotte Habersack

Mopsa – Eine Maus kommt ganz groß raus

Seiten 192

Carlsen [15.11.2020]

ISBN 978-3-551-65222-5

Zusammen mit ihrem Bruder Otto und einigen anderen Mäusen, lebt Mopsa im Rathaus. Natürlich nicht ganz so offensichtlich, sondern gut versteckt, auf dem Dachboden des Turms. Leider gibt es dort auch Tartar, der sich einst selbst zum Mäusekönig ernannt hat. Ihn mag niemand. Natürlich traut sich das aber niemand zu sagen, denn er ist skrupellos und alle fürchten ihn. Daher gehorchen die Mäuse auch und bringen ihm Tag für Tag etwas zu Essen, wobei sie selbst fast am verhungern sind. Tag für Tag wird es schlimmer und irgendwann hat Mopsa genug: Sie beschwert sich vor versammelter Runde. Dafür wirft Tartar sie aus der Gruppe und verbannt sie aus seinem Revier. Fortan muss sie selbst zusehen, wie sie klar kommt. Wo soll sie hin und was wird aus ihrer Familie, die im Rathausturm zurück bleibt? Traurig, aber auch voller Abenteuerlust, zieht die Maus los, auf der Suche nach „ihrer“ Bühne, denn wenn Mopsa eines kann, dann ist es schauspielern!

Eine wunderbare anschauliche, sowie zugleich Mut machende Geschichte, denn die Hauptdarstellerin dieser Geschichte hat ein großes Motto: Niemals aufgeben! – Oder, um es in Mopsa Worten zu sagen – „Immer der Schnauze nach und nie den Mut verlieren!“ Das bestärkt auf (junge) Leser, dass Dinge nicht (immer) so bleiben müssen, wie sie sind und man mit etwas Selbstvertrauen großes bewirken kann. Auf der anderen Seite weist die Geschichte aber auch auf Gefahren hin, die ein kleiner neugieriger Naivling wie Mopsa ausgesetzt ist. Von Wut über Trauer bis hin zu Stolz, Scham, Freude, Angst, Erleichterung und Liebe ist so ziemlich jedes Gefühl dabei, welches sich die Maus stellen muss.

Während mir die Geschichte soweit ganz gut gefallen hat, tat ich mich beim (Vor-)Lesen leider etwas schwer. Das liegt daran, dass teils sehr alte Worte verwendet werden, wie z.B. „Paradeiser“, „Erdäpfel“, aber auch an den doch immer wieder auftauchenden französischen Begrifflichkeiten, wie z.B. „Myš“, Das ist teilweise etwas anstrengend und stört den Lesefluss. Mir wäre hier eine einheitlich Sprache wesentlich lieber gewesen. Das Buch soll ab 5 Jahren sein, das finde ich, aus den bereits genannten Gründen, zu niedrig (zum selbst lesen). Da die Geschichte in 24 Kapitel aufgeteilt ist (leider alle recht unterschiedlich lang), ist es hervorragend zum Vorlesen, da es einen „Break Point“ gibt.

Zu der spannenden Geschichte kommen viele bunte Bilder, immer passend zum Text. Es macht Spaß auch „einfach mal so“, durch das Buch zu blättern und sich die tollen Zeichnungen genauer anzuschauen. So gibt es auch für kleinere (Nochnicht-)Leser etwas zu entdecken.

Eine spannende Geschichte mit liebevoll gestaltete Illustrationen: Mopsa – Eine Maus kommt ganz groß raus, ist in jedem Fall (vor)lesenswert.

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